Interview mit Bettina Wulff

Die ehemalige First Lady als „Stadthelm“-Botschafterin im Einsatz
Bettina Wulff besucht das „Lebenszentrum Königsborn“ –  und zeigt Herz für Kinder und Jugendliche!
 
wulff3Bettina Wulff zeigt wieder Herz! Die ehemalige First Lady war am Donnerstag erneut in ihrer Funktion als „Stadthelm“-Botschafterin unterwegs. Sie besuchte dort das „Lebenszentrum Königsborn“ im nordrhein-westfälischen Unna: eine Einrichtung, in der unter anderem Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandelt werden, die mit den oft schwerwiegenden Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas, z.B. durch einen Fahrradunfall, zu kämpfen haben. Das Engagement ist für Bettina Wulff ein „Herzensprojekt“: seit Sommer letzten Jahres unterstützt sie das bundesweite und vom Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe e.V. gemeinsam mit „Abus“ und „pars pro toto“ initiierte Projekt Stadthelm zur Förderung des freiwilligen Tragens von Fahrradhelmen. Im Gegensatz zur „Charity Radtour“ beim Weltkindertag im September letzten Jahres  war sie dieses Mal zwar nicht auf zwei Rädern im Einsatz, aber mit genauso viel Engagement und Herzblut. Vor Ort machte sie sich gemeinsam mit den Projektpartnern ein Bild von den Behandlungsmöglichkeiten, sprach mit den Therapeuten, Ärzten und Michael Radix, dem Geschäftsführer des Lebenszentrums und Vorstand des Bundesverbandes Kinderneurologie-Hilfe e.V., und – sichtlich bewegt –  mit zwei Patienten. Im Anschluss besuchte sie den Wachkoma- und den Werkstattbereich des Lebenszentrums, in dem die Klinikbewohner eine sinnvolle Aufgabe in ihrem Klinikalltag finden. „Bettina Wulff ist mit ihrem sympathischen Umgang mit Kindern und betroffenen Familien ein Vorbild und die ideale Botschafterin für unser Projekt „’Stadthelm’“, so Christian Rothe, Mitglied der Geschäftsleitung beim Sicherheitsunternehmen Abus. Wir haben Bettina Wulff an diesem Tag begleitet und mit ihr über ihr soziales Engagement gesprochen.

Frau Wulff, wie kam es zum Besuch im Lebenszentrum Königsborn?
BW: Die Vorsitzende des Bundesverbandes Kinderneurologie-Hilfe e.V., Gertrud Wietholt,  steht seit Jahren in engem Kontakt zu dem Zentrum und hatte die tolle Idee, einen gemeinsamen Tag dort mit Patienten, deren Familien und Ärzten zu verbringen. So kann ich mich tiefer in das Thema einarbeiten und erfahre vor Ort, was es heißt, betroffen zu sein.

Warum war Ihnen dieser persönliche Besuch so wichtig?
BW: Ich möchte den engeren Kontakt mit den Menschen herstellen, die täglich mit den Konsequenzen einer Schädel-Hirnverletzung zu tun haben und hören, wie sie im Alltag damit umgehen. Das geht am besten an dem Ort, wo sich alle Beteiligten versammeln. Nur so kann ich authentisch das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Deshalb bin ich hier. Ich hoffe, hier mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen zu können, egal ob Ärzte, Therapeuten oder Familienangehörige, und –  soweit wie möglich –  natürlich auch mit betroffenen Kindern und Jugendlichen. Ich möchte ihnen das Signal vermitteln, dass wir sie mit der Initiative unterstützen und sie nicht alleinlassen – auch nicht lange Zeit nach dem Unfall.

Sie sind seit letztem Jahr „Stadthelm“-Botschafterin. Wie ist die Bilanz bisher?
BW: Seit dem vergangenen Sommer versuchen wir, das Thema „freiwilliges Helmtragen im Straßenverkehr“ breiter in die Öffentlichkeit zu bringen. Es ist wichtig, ein größeres Interesse sowohl in der Bevölkerung als auch im Gesundheitsbereich sowie in der Politik für die bessere Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schädel- und Hirnverletzungen zu entwickeln. Der Erfolg motiviert mich: Seit unserem gemeinsamen Startschuss sind über 50 neue Städte und Regionen dazugekommen, die sich mit dem „Stadthelm“ für das Thema engagieren! Das ist ein toller Erfolg. Daran knüpfen wir in diesem Jahr mit unterschiedlichen Aktionen an. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Ansprache der Jugendlichen durch die Social Media Kanäle – mehr darf ich aber noch nicht verraten.

Wie ist die Resonanz auf ihr „Stadthelm“-Engagement?
BW: Ich freue mich darüber, wie interessiert die meisten nachfragen, wenn ich ihnen von meiner Unterstützung für die Stadthelm-Initiative erzähle. Denn eigentlich wissen alle genau, dass es natürlich viel sicherer ist mit einem Helm aufs Rad zu steigen. Doch die Angst vor der zerstörten Frisur oder einfach auch nur die Gewohnheit eben keinen zu tragen, hält viel zu viele immer noch davon ab. Wenn ich den Menschen dann sage, dass ich lange Zeit auch keinen aufgesetzt habe und ihnen von den möglichen Konsequenzen erzähle, werden sie plötzlich offen und nachdenklich. Die beste Werbung ist es nun einmal, Vorbild sein – auch für die eigenen Kinder und Teens.

Was war ihr bislang bewegendstes Erlebnis im Rahmen ihrer Schirmherrschaft?
BW: Während des Weltkindertages habe ich ein junges Mädchen mit ihrer Familie kenngelernt, die durch einen schweren Unfall ein sehr eingeschränktes Leben führt und dennoch mit ihrem Liegerad mit uns durch den Tiergarten geradelt ist, fröhlich und voller positiver Energie. Das hat mich sehr berührt und vor allem gezeigt, wie kostbar unsere Gesundheit ist.

Wie sieht Ihre Hilfe vor Ort konkret aus?
BW: Natürlich kann ich leider keine direkte Hilfe bei der Therapie oder ärztliche Beratung leisten. Aber ich möchte das Thema breiter in die Öffentlichkeit tragen und mit Aktionen wie auch dem heutigen Besuch im Lebenszentrum Aufmerksamkeit schaffen. Mit dem Ziel, alle Deutschen freiwillig unter den Helm zu bekommen. Da gibt es also noch viel zu tun.

Welche weiteren neuen Projekte gibt es bei Ihnen? Was bringt der Sommer für Sie?
BW: Im Frühling starten wir mit unserer Aktion, die Jugendlichen direkt durch die Social Media-Kanäle anzusprechen und für das Helmtragen zu begeistern. Ansonsten eröffne ich beim „Notruf Mirjam“ zwei weitere Netzwerkbüros in Göttingen und Emden. Das ist ein sehr schöner Erfolg für das Notruftelefon. Zudem wird man mich als Laudatorin hier und da in Sachen soziales Engagement entdecken. Und als Gardeministerin der Lindener Narren –  einer Karnevalsgesellschaft –  unterstütze ich für ein Jahr die grandiose Jugendarbeit. Es wird also alles andere als langweilig.

Haben Sie für den Sommer auch schon Fahrradtouren mit der Familie geplant?
BW: Wir wohnen direkt im Grünen und starten so im Sommer direkt vor der Haustür mit spontanen Radtouren, nachmittags unter der Woche oder am Wochenende. In den Sommerferien haben wir uns überlegt, einmal eine längere Fahrt in Richtung Norden durch die Lüneburger Heide zu starten und in kleinen Pensionen auf dem Weg zu übernachten. Das ist ein tolles Familienerlebnis und man sieht viel mehr, als mit dem Auto schnell ans Ziel zu rasen.

Haben Ihr Mann und Ihre Kinder das Helmtragen beim Fahrradfahren mittlerweile bedingungslos akzeptiert? Oder gibt es, gerade bei den Kindern, noch gelegentlich ein Murren?
BW: Insgesamt weiß meine Familie um die Wichtigkeit des Helmtragens, auch wenn mein älterer Sohn jetzt doch ab und zu versucht zu diskutieren – die Haare und so. Doch auch hier gilt es als gutes Vorbild voranzugehen und das Thema immer wieder anzusprechen.

Inwiefern engagiert sich Ihr Mann für das Projekt? Inwiefern unterstützt er Sie?
BW: Mein Mann ist von dem Stadthelm-Projekt absolut überzeugt und freut sich über meinen Elan. Wenn ich also für den Stadthelm unterwegs bin, versucht er sich um die Dinge zuhause zu kümmern. Und er spricht in seinem Umfeld über die Thematik, so vergrößert sich der Kreis der Unterstützer kontinuierlich.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
BW: Ich bin gerade dabei, mehr die Gegenwart und das Jetzt zu genießen als sich permanente Bilder von der „perfekten“ Zukunft auszumalen. Natürlich möchte ich, dass meine Familie gesund bleibt und wir gemeinsam viele wunderbare Momente erleben. Und ich wünsche mir, dass wir in Deutschland und Europa auch in unruhigen Zeiten nicht den Zusammenhalt verlieren.

Bilder: STAR PRESS

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