Coole Klebeband-Kunst

Klebeband-Kunst

Wie drei Berliner Tape Art-Künstler München ein Stück schöner machen!

Da staunten die Passanten und Hotelbesucher nicht schlecht… Das Hotel „Le Méridien“ am Münchner Hauptbahnhof präsentiert sich ab sofort in einem ungewohnt neuen und supercoolen Look: mit Unmengen an Klebeband an der Außenfassade! Was es damit auf sich hat? Es handelt sich dabei um Kunst – um progressive Kunst aus Berlin. Das hippe Tape Art Kollektiv „KlebeBande“ machte in der bayerischen Metropole Station und „zauberte“ für die Fassade des Lifestyle-Hotels ein gigantisches Kunstwerk.

„KlebeBande“ (hier) – dahinter stecken die drei Künstler Nikolaj „NkoBu” Bultmann, Bodo Höbing und Bruno „BeezeBoe” Kolberg, die mit ihren ungewöhnlichen Arbeiten derzeit den Kunstmarkt ordentlich aufmischen und für Gesprächsstoff sorgen. An zahlreichen Gebäuden hinterließen die drei bereits ihre „klebrigen“ Spuren – nun also auch „Le Méridien“ in München.

Klebeband-Kunst im Le Méridien

Klebeband-Kunst
©Instagram: markus_mensch_munich

Vier Tage lang war das geniale Trio mit Hebebühne und mit Unmengen an Material und Kreativität an der Gebäudefront und an der Drehtür für die Klebeband-Kunst im Einsatz. Alle drei zeigten sich am Ende stolz auf das Ergebnis: eine großformatige Klebebandkunst in Grün- und Blautönen: „Dieses Werk ist etwas Besonderes, denn es ist unsere erste große Fensterinstallation. Erstmals haben wir eine so große Glasfront beklebt“, so das Trio. Inklusive der Drehtür, die nun die Form einer überdimensionalen Lotusblüte hat: „Die Inspiration hierfür stammt von Kirchenfenstern. Es herrscht ein Kontrast zwischen geometrischen und organischen Formen, aber trotzdem erkennt man zwischen den Flächen, die sich nie berühren, eine Verbundenheit. Die Grün- und Blautöne stehen für die Natur und das Meer“, so die „KlebeBande“. „Mit Klebeband zu arbeiten bedeutet für uns immer wieder Neues zu entdecken, neue Techniken zu entwickeln, in komplett andere Bereiche vorzudringen und zu forschen – aber vor allem folgen wir damit unserer künstlerischen Leidenschaft“, so die „KlebeBande“ weiter. Weshalb ausgerechnet Klebeband? „Klebeband ist unglaublich vielseitig einsetzbar, denn es ist geruchlos, leicht entfernbar und es können große Flächen in kürzester Zeit bespielt werden.“ So „tapen“ sie neben Gebäuden auch ganze Bühnenbilder, gestalten komplette Messestände und treten zudem als Showact oder Live Performance vor Publikum auf. „Tape Art ist für uns grenzenlos und obwohl es in der Ausführung als eingeschränkt erscheint, faszinieren uns die Geradlinigkeit der Klebestreifen und die starken Kontraste des farbigen Klebebandes.“

Innerhalb von zwei Jahren haben sie bereits mehr als 40 Installationen angefertigt – mal mit UV-Licht und Neon-Tape, mit Videoprojektionen oder mit Performance-Kunst. „Es war ursprünglich ein Hobby, eine Leidenschaft. Unser Ziel war weniger der Erfolg als die Leidenschaft für die Kunst“, so Kolja. „Wir wollten nie Mainstream machen, sondern immer eine Nische bedienen. Tape Art ist Nische, nicht Mainstream. Diese Kunst beschränkt sich auf Geradlinigkeit, Linienstärke und die Farbe.“ Wie lange hält ein solches Kunstwerk? „Das hängt vom Material ab. Hier in München kam Folie zum Einsatz, die wetterfest und somit für eine Außeninstallation geeignet ist. Somit kann dieses Kunstwerk durchaus zehn bis 15 Jahre überdauern.“ Die Arbeit an der Isar war für die Berliner etwas Besonderes: „In München ist die Street Art bislang wenig präsent, in Berlin hingegen gibt es inzwischen ein Überangebot. Die Münchner zeigen sich von dieser Art der Kunst noch sehr begeistert und beeindruckt.“ Auch im Inneren des Hotels kann die coole Kunst ab Donnerstag im Rahmen einer Ausstellung bewundert werden.

Auch Hotel-Direktor Frank Beiler freute sich über das gelungene Ergebnis: „Es ist beeindruckend, was die KlebeBande hier in so kurzer Zeit erschaffen hat. Es handelt sich um ein großartiges Stück zeitgenössischer und urbaner Kunst. Es wird sicherlich nicht nur unsere Gäste, sondern alle, die im Herzen der Stadt unterwegs sind, begeistern. Wir sehen uns als Lifestyle-Hotel und im Rahmen unseres Programms „Unlock Art“ möchten wir unseren Besuchern die Türen zur Kunstwelt öffnen.“ So bietet das Hotel seinen Gästen beispielsweise einen kostenfreien Besuch im Münchner „MUCA“, dem „Museum of Urban and Contemporary Art“ an: „Im Rahmen von „Unlock Art“ und in Zusammenarbeit mit dem MUCA wurde auch dieses Kunstprojekt realisiert. Es wird bestimmt einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, war sich Beiler sicher.

Foto: Dirk Schiff

Über Markus Mensch 243 Artikel
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