10 Jahre Hofbräuhaus Las Vegas

Hofbraeuhaus Las Vegas

Am 31. Januar 2014 feiert das Hofbräuhaus Las Vegas sein zehnjähriges Jubiläum.

Es ist die Erfolgsgeschichte von Stefan und Klaus Gastager, Franz Krondorfer und Anton Sinzger. Gastager, geboren 1963 in Garching bei München, begann seine berufliche Karriere als KFZ-Techniker bei Audi, Porsche und VW. Später war er als Service-Pool Spezialist für BMW in Malaysia tätig. Zurück aus Malaysia betrieb er mit seinem Bruder Klaus in München einen Gemüsegroßhandel. Bei einem Besuch 1999 in Las Vegas hatte Gastager eine Vision. Hier gab es Nachbauten vom Eifelturm, dem Canale Grande und dem Empire State Building. Gastager: „Mir fiel auf, dass es kein authentisches deutsches Restaurant gab.“ Warum also nicht eine orignalgetreue Kopie des Hofbräuhauses nachbauen. Zurück in München überzeugte er von dieser Idee seinen Bruder Klaus und seine besten Freunde, den Österreicher Franz Krondorfer und den gebürtigen Landshuter Anton Sinzger.

Krondorfer hatte als Koch in diversen Restaurants in München und London und als Sous-Chef auf der Queen Elizabeth 2 gearbeitet. Über ein Jahrzehnt war er Küchenchef im Bayerischen Landtag. Sinzger wurde an der Polizeiakademie München ausgebildet, hat auf den Münchner Straßen zur Verbrechensbekämpfung beigetragen und später in einer Task-Force zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gearbeitet.

Am 31. Januar 2004 wurde ein Stück „echtes München“ in der Nähe des berühmten „Strips“, eröffnet, das Hofbräuhaus Las Vegas. Der Nachbau hat über 12 Millionen Dollar gekostet, wobei sehr auf Authentizität geachtet wurde. So wurden 75.000 Dachziegel extra aus Deutschland geliefert.

Auch das Essen ist authentisch wie im Mutterhaus in München, zumindest fast. „Am Anfang waren wir stur und haben gedacht, es muss alles so sein wie in München. Das Essen macht über fünfzig Prozent unseres Umsatzes aus, also mussten wir kleine Anpassungen vornehmen“ so Gastager. Das Hendl muss mit Soße serviert werden, da ein Grillhendl dem Amerikaner zu trocken ist. Die Nürnberger Bratwürstel müssen größer sein, die kleinen Würstel kennt der Amerikaner nur als „breakfast sausage“ und würde diese nie zum Dinner essen. Auch werden neunzig Prozent der Weisswürste gegrillt und nicht gekocht. In Amerika muss eine Wurst eben erst einmal auf den Grill. Mit dem deutschen Metzger in USA wurden allerdings viele Versuche unternommen bis die Wurst so geschmeckt hat wie in München.

 

Bayerisches Musik Duo
Doch nicht nur im Essen gibt es Unterschiede. Gastager betont, dass sie viel lernen mussten. Das deutsche Service-Personal musste erst einmal trainiert werden, da es vor allem für die Bedienungskräfte ungewohnt war „so überschwänglich freundlich zu sein“, was für den Amerikaner aber selbstverständlich ist und erwartet wird. Gastager: „Wir werden deshalb keine deutschen Bedienungskräfte mehr einstellen, weil es für diese sehr schwierig ist zu verstehen was der Amerikaner erwartet. Es ist einfacher den amerikanischen Bedienungen die bayerischen Gepflogenheiten beizubringen als den deutschen Bedienungen beizubringen was der Amerikaner erwartet.“

Im Hofbräuhaus Las Vegas sind neunzig Prozent der Gäste Amerikaner, die das ganze Jahr Party und Action erwarten, 360 Tage im Jahr Oktoberfeststimmung. „Die Leute kommen nach Las Vegas um sich auszulassen und zu feiern. Bis 20:00 Uhr haben wir mehr traditionelle Musik, bei der man in Ruhe essen und sich unterhalten kann. Um 20:00 Uhr wird die amerikanische Nationalhymne gespielt, danach haben wir Wiesnstimmung. Die Kapelle spielt „Sweet Caroline“ und Lieder, die man vom Oktoberfest kennt, bei denen die Gäste die Bänke steigen und mitsingen können. Die Amerikaner sind auch offener und machen jeden Blödsinn mit. Sie gehen auf die Bühne und ziehen einen komischen Hut auf oder stellen sich mitten in den Gang und tanzen den chicken dance“ so Gastager.

Natürlich ging auch die Rezession nicht spurlos am Hofbräuhaus Las Vegas vorüber. Hatte der durchschnittliche Besucher, der 3,5 Tage bleibt, in Las Vegas im Jahr 2011 noch 275 Dollar für „food & beverage“ ausgegeben, waren es 2012 bereits 10 Dollar weniger.
Trotz der Rezession war 2011 das beste Jahr für das Hofbräuhaus Las Vegas, was laut Gastager darauf zurück zu führen ist, dass „wir unsere Tradition und Qualität behalten haben und nicht wie einige andere Restaurants Discounts gegeben und viele Dinge verändert haben.“

Der Bierumsatz über die Jahre ist konstant geblieben. Die durstigen Gäste trinken eine Viertelmillion Liter Hofbräu Original, Hofbräu Dunkel und Münchner Kindl Weissbier, sowie saisonabhängige Biere, wie Hofbräu Maibock oder Hofbräu Oktoberfestbier.
Bierdeckel vermisst man allerdings in Las Vegas, da „die Amerikaner es lustig finden, damit durch den Saal zu werfen“ und man befürchtet, dass jemand verletzt werden könnte.

Das Hofbräuhaus Las Vegas bietet Platz für 380 Gäste im Innenbereich und 480 Plätze im Außenbereich des Biergartens. Alt und Jung, Groß und Klein, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten sitzen an einladend großen Tischen beisammen. Besucher aus Nordamerika schätzen die „Gemutlichkeit“, zusammen mit anderen netten Menschen an einem Tisch zu sitzen, zumal sie dies von zu Hause nicht gewohnt sind. Die „Beer-Hall“ hat eine 15 m hohe handbemalte Decke, der Biergarten einen stets weiss-blauen bayerischen Himmel. In der Mitte plätschert ein Brunnen und den deutschen Kastanien sieht man erst auf den zweiten Blick an, dass sie künstlich sind. Da die Blätter von den amerikanischen Kastanien anders aussehen, wurden echte deutsche Kastanienblätter nach China geschickt, um einige Hunderttausend Seidenblätter exakt nachzubilden. Selbst bei Außentemperaturen von über 40 Grad sitzt man im Biergarten, dank der Klimaanlage, kühl und entspannt bei einer Maß Hofbräu. Das Bier wird in München nach dem Reinheitsgebot gebraut und frisch nach Las Vegas gebracht. Der Slogan des Hofbräuhauses Las Vegas: “German Engineered Taste” in every stein!

Ein breites Angebot an bayerischen Schmankerln lässt keine Wünsche offen. Für den großen Hunger gibt es zum Beispiel Schweinebraten, Schnitzel, Zwiebelrostbraten und Sauerbraten. Der Würstel-Liebhaber wählt die ‚Hofbräu-Wurstplatte‘ mit Wiener und Rostbratwürstel, dazu Sauerkraut und Kartoffelpüree. Der ofenfrische Leberkäse oder die Münchner Weißwürste mit einer reschen – aus Deutschland importierten – Brez’n schmecken wie im Münchner Mutterhaus am „Platzl“.

Fesche Bedienungen servieren im Dirndl, die Musiker kommen aus Deutschland und Österreich und wechseln jeden Monat. Bei zünftig bayerischer Musik versucht selbst der unmusikalischste Gast „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ zu singen.
Spielautomaten gibt es noch keine im Hofbräuhaus Las Vegas, aber man hofft, dass zumindest im Bereich der Bar irgendwann welche aufgestellt werden eürfen. Das gehöre einfach zu Las Vegas, „schließlich kommen die meisten Gäste hierher um zu spielen“.

Stefan Gastager lebt seit 2002 in USA und will nicht wieder nach Deutschland zurück kommen. „Mir gefällt die amerikanische Mentalität, ich komme sehr gut zurecht. Das was mir von meiner Heimat Bayern am meisten abgeht, das Essen, Trinken und eine gute Brotzeit habe ich selbst rübergebracht.“ so Gastager.

Ingeborg Hoffmann

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