Interview mit Reinhard Söll über die Thurn und Taxis Schlossfestspiele

TT_Schlossfestspiele_Gloria__copyright_Odeon_Concerte_RegensburgDie Thurn und Taxis Schlossfestspiele finden seit 2003 im Innenhof und im Park des Fürstlichen Schlosses St. Emmeram in Regensburg statt. Die Schirmherrin des exklusiven Events ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Organisiert werden die Festspiele durch den Konzertveranstalter Odeon Concerte. Reinhard Söll ist der Inhaber von Odeon Concerte und er hat die Gesamtleitung der Festspiele inne. Das Programm für 2016 ist wieder hochkarätig – dabei sind Interpreten wie die Scorpions, Jonas Kaufmann, Sarah Connor, Tom Jones oder Joan Baez. Zu sehen gibt es außerdem die Oper Carmen, das Kindermusical ‚Das SAMS‘, das Beatles-Musical ‚All You Need Is Love‘, Opern auf Bayrisch und die große Filmmusiknacht ‚Jagd auf 007 – Eine Nacht mit James Bond‘.

Besondern die historische Location des Schlosses St. Emmeran schafft eine besondere Atmosphäre. Es ist daher kein Wunder, dass die Thurn und Taxis Schlossfestspiele vom Wiener Magazin ‚Festspiele‘ in den Top Ten der schönsten Festspiele weltweit gelistet wurden. Während der Festspiele ist ebenso für das leibliche Wohl bestens besorgt, so werden die Besucher im Festspiel-Restaurant ‚David‘, in der Pavarotti-Bar und in der Goliath-Festspielbar & Lounge unter den Schloss-Arkaden inmitten des fürstlichen Schlossparks kulinarisch verwöhnt.

Susanne Lettner sprach mit dem Organisator und Inhaber der Odeon Concerte Reinhard Söll über die Thurn und Taxis Schlossfestpiele.

„WIR SIND DAS LUXUS CABRIO UNTER DEN FESTSPIELEN“

Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2013 Max Raabe & Palastorchester Schloss St. Emmeram Foto: altrofoto.de

Susanne Lettner: Sie sind durch Odeon Concerte der Veranstalter der Thurn und Taxis Schlossfestspiele. Gloria von Thurn und Taxis ist die Schirmherrin.  Können Sie mir bitte beschreiben, wie es zur Einführung der Thurn und Taxis Schlossfestspiele kam?
Reinhard Söll: Seit etwa 2003 machte sich das fürstliche Haus verstärkt Gedanken, das Schloss für die Allgemeinheit zugänglicher zu machen und auch für einzelne exklusive Veranstaltungen zu vermieten. Das war früher völlig undenkbar. Das Schloss war mehr oder minder abgeschlossen wie Fort Knox – bis auf die kunsthistorischen Schlossführungen. Aber das Interesse, zum kostenaufwendigen Bauunterhalt des Schlosses Mittel zu erwirtschaften, hat dann ein Umdenken ausgelöst. Und natürlich ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis auch eine offene und kommunikative Persönlichkeit. Sie liebt es, wenn ins Schloss Leben einkehrt, wenn sich die Menschen dort begegnen können. Sie sagt immer, diese 10 Tage Festspiele seien für sie „die schönste Zeit des Jahres“. So wurde ich dann von der Fürstin gefragt, ob wir uns vorstellen könnten dort zu veranstalten. Wir haben ja viel Open-Air-Erfahrungen und mit unseren Konzertreihen in Berlin, Essen, Mannheim und Regensburg auch deutschlandweites Ansehen. Da haben wir uns dann auch nicht lange bitten lassen.

Susanne Lettner: Die ersten Schlossfestspiele fanden im Jahr 2003 statt, dieses Jahr findet das Festival zum 14. Mal statt. Wie haben sich die Schlossfestspiele im Lauf der Zeit entwickelt?
Reinhard Söll: Die Festspiele sind mit der Zeit immer aufwändiger und schöner geworden. Wer rastet, der rostet. Man muss beständig innovativ sein, Verbesserungen suchen um so eine Veranstaltung immer attraktiver zu machen. Die Star-Dichte hat sich im Laufe der Jahre immer mehr erhöht. Bei uns waren beispielsweise wirklich alle Tenöre von Weltrang. Das ist eines unserer Markenzeichen. José Carreras, Jonas Kaufmann, Juan Diego Florez, Klaus Florian Vogt, Rolando Villazón, Vittorio Grigolo, Joseph Calleja, Placido Domingo, Piotr Beczala. Alle alle sind bei uns zu Gast und dazu noch Sängerinnen wie Edita Gruberova, Elina Garanca, Angela Gheorghiu und viele mehr. Und danach haben wir uns auch dem Pop- und Rockbereich geöffnet: Mit Katie Melua, Patricia Kaas, Sir Elton John, James Blunt, Tom Jones, den Scorpions um nur ein paar Namen aufzuzählen.

Und natürlich wurde auch das Ambiente immer weiter perfektioniert. Es sollen ja elegante Sommerfestspiele sein, aber trotzdem cool, lässig und entspannt. Im Cateringbereich kann man vor den Aufführungen ein Gourmet-Menü in einem Restaurantzelt genießen, über das ganze Gelände sind stylische Lounges, Speisen und Getränkebars verteilt. Die Besucher können hier einfach die Seele baumeln lassen und natürlich das Sehen-und-Gesehen-Werden genießen. Ich benutze gerne ein Wortspiel und sage, wir sind das „Luxus-Cabrio“ unter den Festspielen.

Susanne Lettner: Das ist ein schöner Vergleich! Was macht Ihrer Meinung nach die Thurn und Taxis Schlossfestspiele so besonders?
Reinhard Söll: Einige Punkte habe ich ja schon genannt. Wir spielen ja in einem traumhaft schönen Ambiente, das seinesgleichen sucht. Und dann ist Schloss St. Emmeram ja nicht nur eine imposante Kulisse – es hat ja bekanntlich mehr Zimmer als Buckingham Palace in London – sondern es ist ein Schloss, das noch von der Fürstin und ihrer Familie bewohnt wird. Also nichts museales, sondern etwas sehr lebendiges. Dann kommt eine Bandbreite und Farbigkeit des Programms, die völlig ungewöhnlich ist. Es gib ja Opernfestspiele wie Bregenz oder Verona, es gibt Rock und Pop-Festivals, Jazz-Festivals, aber meines Wissens kein einziges Festival in ganz Europa, das die Stile so nonchalant mischt. Wo sonst kann man auf der gleichen Bühne Jonas Kaufmann und die Scorpions erleben? Und dann kommt eben dazu, dass wir Genuss-Festspiele sind, bei denen das Drumherum eine ganz ähnliche Anziehungskraft besitzt wie das Geschehen auf der Bühne. Das Gesamtpaket macht es aus. Und das gibt uns auch ein Alleinstellungsmerkmal! Wir sind ja seit vielen Jahren in einem Ranking des Wiener Magazins „Festspiele“ in den Top-Ten der schönsten Schlossfestspiele weltweit. Und im letzten Jahr wurden wir in Deutschland sogar auf Position 1 gesetzt.

Susanne Lettner: Welches Konzept verfolgen Sie in Ihrer Tätigkeit als Organisator?
Reinhard Söll: Das alles möglichst perfekt funktioniert, dass sich die Besucher wohl fühlen und genießen können. Wir wollen Glücksgefühle vermitteln.

Susanne Lettner: Welche Künstler treten dieses Jahr bei den Festspielen auf? Gibt es dieses Jahr einen bestimmten Schwerpunkt?
Reinhard Söll: Wie erwähnt, gibt es bei uns kein sogenanntes „Konzept“ im Sinne eines programmatischen „roten Fadens“. Absichtlich nicht! Ich halte es da mit Goethe. Im Vorspiel zum Faust sagt ja der Theaterdirektor: „Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen, ein jeder sucht sich endlich selbst was aus. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“ Besser kann man es nicht sagen: 2016 gibt es bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen Bizets Oper „Carmen“, einen Galaabend mit Jonas Kaufmann, Konzerte mit Sarah Connor, Joan Baez, Tom Jones und den Scorpions. Dazu ein Beatles-Musical, einen Abend „Opern auf Bayrisch“, eine James Bond Filmmusiknacht und auch für Familien und Kinder ist etwas geboten: Das Kindermusical „Das Sams“

Susanne Lettner: Wann beginnen Sie mit der Planung der Thurn und Taxis Schlossfestspiele und wieviele Personen sind daran beteiligt?
Reinhard Söll: Die Planungen sind immer einige Jahre im Voraus. Besonders im Klassikbereich wird langfristig geplant. Im U-Musik-Bereich verhält es sich andersherum: Dort werden interessante Tourneen teilweise erst ein halbes Jahr vor den Festspielen aktuell. Im wesentlichen plane ich das alleine zusammen mit Julia Köppel, meiner Festspielleiterin und engsten Mitarbeiterin.

Susanne Lettner: Wie viele Besucher erwarten Sie dieses Jahr? Aus welchen Regionen kommen die Besucher überwiegend?
Reinhard Söll: Wir erwarten wie jedes Jahr zwischen 25.000 und 30.000 Besucher. Der Anteil an überregionalen Besuchern steigt dabei immer mehr. Aus Regensburg selbst stammt weniger als ein Drittel, ein weiteres Drittel aus dem Umland bis 100 km und das letzte Drittel reist von weiter her an. Immer mehr auch aus dem Ausland. Deshalb sind die Festspiele auch ein Motor der Fremdenverkehrswirtschaft. Sehr stark ist auch die Gegend um München und Oberbayern. Denn – man mag es kaum glauben – etwas Vergleichbares gibt es dort nicht.

Susanne Lettner: Im Jahr 2016 finden die 14. Schlossfestspiele statt, was wünschen Sie sich für die Zukunft des Festivals?
Reinhard Söll: Den ewigen Sommer, Sonnenschein, Wärme, die Abwesenheit von Regen… Spass beiseite, das wünscht sich jeder, der im Freien veranstaltet. Regensburg ist übrigens wettermäßig außerordentlich begünstigt. Wir haben jetzt schon wieder drei Traumsommer ohne einen Regentropfen hinter uns. Gewitter und sonstige Störenfriede machen uns die Freunde entweder nördlich oder südlich an uns vorbeizuziehen. Na ja, der Name der Stadt Regensburg kommt ja nicht von „Regen“ im Sinne von Niederschlag, sondern vom Fluss „Regen“ der hier in die Donau mündet.

Susanne Lettner ist Leiterin Marketing bei einem Forschungsinstitut. Sie ist zudem noch Autorin beim Stadtportal Exklusiv-München, dem Lifestyleblog Klüngelkram und dem Debatten-Magazin The European.

Text: Susanne Lettner
Bilder: Odeon Concerte Regensburg
Foto, Reinhard Söll: altrofoto.de

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