NYX in München

©Neudahm Design

Street Art meets Design

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Das Hotel-Karussell an der Isar dreht sich weiter. Der jüngste Zuwachs ist jung, urban, cool – und setzt auf Street Art regionaler Künstler! Die Rede ist vom neuen NYX Hotel in München (hier) im Stadtteil Obersendling im Münchner Süden. Nach Metropolen wie Tel Aviv, Mailand, Prag und Madrid ist das „NYX“, das zur Gruppe der „Leonardo Hotels“ gehört, nun endlich auch an der Isar angekommen. Für die Gestaltung war, wie schon bei den internationalen Schwester-Hotels“, der international renommierte Interior Designer Andreas Neudahm (50) verantwortlich. Er sorgte im gesamten Haus mit seinen insgesamt 225 Zimmern (davon zahlreiche „Long Stay Rooms“ mit eigener Kitchenette) für einen besonderen individuellen und zeitgemäßen Look: mit eigens designten Möbeln in warmen und natürlichen Tönen sowie einem offenen Restaurant-, Bar- und Lounge-Konzept, das zu Gesprächen und zum Relaxen einlädt. Und am Abend ist dank DJ Beats im NYX Hotel auch Party angesagt.

Im Bereich der Luxushotels ist noch Luft nach oben

Das Besondere: Street Art-Kunstwerke regionaler Künstler wurden in das Design integriert, was für eine besonders kreative Atmosphäre sorgt. Seit fast 30 Jahren verwandelt der Designer Neudahm Hotels zu Wohlfühlorten. Rund 450 Projekte hat der ausgebildete Möbel- & Interior Designer bis dato umgesetzt. Durch eine Ausschreibung einer internationalen Hotelkette wurde der Grundstein für seine Karriere als Hotel Interior Designer gelegt. In der Münchner Hotellerie-Szene kennt er sich also bestens aus. Im Interview spricht über die aktuellen Trends auf dem Münchner Hotelmarkt.

Herr Neudahm, Sie haben in München für ein neues cooles Hotelprojekt gesorgt. Was hat es mit NYX in München auf sich? Was ist neu und besonders?

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AN: „Nyx ist die griechische Göttin der Nacht. Insofern passt der Name sehr gut, da man in der Regel in ein Hotel kommt, um dort die Nacht zu verbringen. Unser Ziel war es, einen neuen Brand im Bereich der Vier Sterne-Hotels entwickeln, der aber in die Lifestyle-Schiene geht. So ist die „Nachtgöttin“ entstanden. Man spricht heutzutage im Hotel-Bereich ja ein ganz neues Publikum an: junge Menschen, die in der Start-Up Branche tätig sind, die cool und gut drauf sind und gerne abends noch einen Drink nehmen. Wir wollen aber nicht so abgehoben sein wie viele Design-Lifestyle Hotels es sind. Es soll nicht Schicki Micki, sondern ganz selbstverständlich sein und nicht aufgesetzt wirken. Der Gast soll das Gefühl haben, als würde er nach Hause kommen. Wir haben mit der richtigen Beleuchtung und der passenden Musik glaube ich einen wunderbaren Wohlfühlort geschaffen.“

Wen sprechen Sie mit dem Hotel an?

AN: „Unsere Kernzielgruppe sind die 25 bis 30-Jährigen und alle Junggebliebenen, die sich gerne etwas gönnen und sich einen gewissen Service auch gerne etwas kosten lassen. Bei uns kümmert man sich um die Menschen genauso wie in einem Luxushotel, nur das alles eben lässiger ist. Die jungen Leute gehen ja nicht mehr in die traditionsreichen Luxushotels, selbst wenn sie es sich leisten könnten. Das ist ihnen zu steif. Sie sehen sich nach diesem Lifestyle. Unser Konzept kommt bislang gut an: Wir arbeiten gerade an einem neuen Hotel in Mannheim. Für 2021 ist die Eröffnung in Hamburg geplant und auch Openings in anderen angesagten Destinationen wie zum Beispiel in Warschau.“

Wie haben Sie das NYX Hotel eingerichtet? Wie würden Sie das Design beschreiben?

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AN: „Ich würde das Design als sehr kosmopolitisch bezeichnen. Und auch ein bisschen provokativ. Gerade in München gibt es so viele Hotel-Eröffnungen hat, da möchten wir natürlich ein Alleinstellungsmerkmal haben. So ist diese Inneinrichtung entstanden, die sowohl elegant, provokativ, aufregend, zeitlos und weltoffen ist.“

Sie setzen neben coolem Design auch auf Street Art. Wie kam es dazu?

AN: „Unsere Frage lautete: „Wie kann man eine Community bilden?“ Deshalb wollten wir nicht normale Kunst zeigen, sondern eben coole Street-Art. Wir haben lokale Street Art Künstler ausgewählt, die zu den Events ihre „Crowd“ ins Hotel mitbringen. So entsteht ein cooler Mix: die lokalen Gäste vermischen sich mit den internationalen Hotelgästen.“

Im Hotel befindet sich auch ein Burger-Lokal, ein Ableger der „Hans im Glück“-Kette. Warum Burger und kein hipper Starkoch mit veganen Köstlichkeiten?

AN: „Es funktioniert gut, weil die jungen Leute das cool finden. Vor allem mittags ist es gut besucht, denn dann kommen auch die Leute aus den umliegenden Büros und aus den Schulen zum Lunch. Und auch abends und sogar spätnachts essen die Gäste gerne noch einen Burger. In unserem „Hans im Glück“ gibt es im Gegensatz zu den anderen Franchise-Restaurants eine riesige Bar und das Design ist dem des Hotels angepasst. Man hat also nicht das Gefühl, dass man ist in einem „Hans im Glück“-Hotel ist. Anstatt eines sterilen Konferenzraums haben wir im Hotel übrigens ein eigenes Kino mit Screen und Bildschirm, wo die Gäste die Möglichkeit haben Filme zu gucken. Ein eigenes, stylishes Restaurant mit einem renommierten Starkoch hätte nicht funktioniert, da wir nicht im Zentrum liegen.“

Das Hotel befindet sich in Obersendling. Ist das auch ein neuer Trend: dass man weg vom Zentrum und in die äußeren Stadtteile geht? Auch aus Kostengründen?

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AN: „Es hat damit zu tun, dass nicht alle Menschen zwingend in der Innenstadt zu tun haben und dort übernachten müssen. Auch in der Peripherie gibt es viele Arbeitsplätze und Menschen, die nah am Unternehmen übernachten wollen. Es spielt sich nicht alles in der Innenstadt ab. Außerdem ist es natürlich auch eine Preisfrage: Innenstadtlagen sind immer teuer. Unsre Kunden reisen mit dem Auto an und können dort bequem parken. Sie brauchen gar nicht den Viktualienmarkt vor der Hoteltüre.“

Wie sehen Sie die Entwicklung in der Münchner Hotelbranche?

AN: „Ich finde es toll, dass die kleinen Szene-Hotels sich neu erfinden und ihre Daseinsberechtigung so erhalten. Im Bereich der Luxushotels sehe ich in München aber noch viel Potential, das nicht ausgeschöpft ist – gerade im Vergleich zu Luxushäusern in anderen Metropolen wie Paris und London ist hier definitiv Luft nach oben.“

Muss ein neues Hotel heute stylish sein. Sind Schnörkel, Gold und Marmor out?

AS: „Es wird immer Luxushotel geben in diesem Gold und mit diesem Üppigen. Aber ich denke, dass die Menschen es gerne zeitgemäßer haben möchten. Die Leute wollen kommunizieren, sie wollen W-LAN und Internet und dabei einen Drink nehmen. Man darf aber nicht immer nur den Trends folgen. Denn in fünf Jahren kann das dann schon wieder out sein. Man muss langfristig denken. Ich persönlich setze gerne auf Farben, weil die Leute das zu Hause in der Regel nicht haben. Was es nicht mehr geben wird, das ist die Hotellerie mit der versteckten Kellerbar. Ich hoffe aber, dass die im „Bayerischen Hof“ noch länger existieren wird. Denn in meinem Alter bin ich da sehr gerne. (lacht)“

Wenn Sie in München sind, in welches Restaurant gehen Sie dann?

AN: „Ich übernachte gerne im „Louis Hotel“ am Viktualienmarkt. Und ich gehe dort gerne ins hoteleigene Restaurant „Emiko“, da ich beim Essen auf Qualität achte. Und das Essen dort ist hervorragend.“

Über Markus Mensch 375 Artikel
Unsere Redaktion wird geleitet von Chefredakteur Markus Mensch, der sich schon als Redakteur für Munichs Best, dem blu Magazin und dem Leo Magazin einem Namen machen konnte. 2010 gründete er das Online-Magazin „magazine4“, welches Ende 2014 verkauft wurde. Nun sticht er mit “Monaco de Luxe” neu in See, vereint sein Netzwerk und seine Erfahrungen, um neue Ziele für seine Leser, Kunden und Partner zu erreichen.

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